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Anzeichen einer RachitisDie Rachitis ist eine Lichtmangelkrankheit. Da sie fast immer in den Industriezentren der gemäßigten Breiten auftritt, ist sie auch gleichzeitig eine Zivilisationskrankheit. Als Endergebnis des Lichtmangels treten Beeinträchtigungen des Kalzium- und Phosphatstoffwechsels auf, die bei Nichtbehandlung zu erheblichen Knochenverbiegungen, Wachstumsstörungen und Infektions-Abwehrschwäche führen.
Schwere Formen werden heute nur noch in Fällen ausgeprägter Vernachlässigung oder erblicher Stoffwechselstörungen gesehen. Von einer Rachitis können allerdings alle Kinder befallen werden, wenn sie für längere Zeit vom Tageslicht ferngehalten werden und weiterhin nichts mit ihnen gemacht wird. Die Mutmaßung auf eine angehende Rachitis ergibt sich am Anfang aus einem deutlich erhöhten Schwitzen des Kindes über Wochen ohne offensichtliche typische Ursachen - wie zu warme Kleidung, viel Trinken oder Fieber. Ausgesprochen kennzeichnend ist das Feuchtwerden an Fußsohlen, Hinterkopf und Händen. Im nächsten Verlauf zeigt sich der beginnende Kalziummangel meist an durch erhöhte grundlose Aufregung tags und nachts, bis zu Symptomen von Schreckhaftigkeit bei kaum vernehmbaren Geräuschen oder sogar ohne erkennbaren Grund. Diese Erscheinungen benötigen unverzügliche Abklärung durch einen Arzt. Mithilfe einer tiefgehenden Untersuchung lassen sich die Umstände direkt klarstellen. Betroffen und gefährdet sind vor allem Säuglinge im ersten Winter. In der industriellen Frühzeit des vorigen Jahrhunderts waren Lebens- und Lichtverhältnisse sogar für Erwachsene auch so miserabel, dass sie ebenfalls rachitisgefährdet waren. Der Begriff Rachitis bedeutet genau genommen Entzündung des Rückgrates und beruht auf einem Durcheinanderwerfen mehrerer Erkrankungsbilder. Er hat sich allerdings so eingebürgert, dass man ihn nicht änderte. Denkbar und angemessener wäre der Ausdruck "Lichtmangelkrankheit". In Verbindung mit der Rachitis treten Kalziummangelzustände im Blut auf - die so ansteigen können, dass sich Krämpfe entwickeln, eine Art rachitogene Tetanie. Diese Komplikation steht heute im Fokus der Aufmerksamkeit abgesehen von den nur noch vereinzelt vorkommenden erheblichen knöchernen Missbildungen. Diese Allgemeinerkrankung des wachsenden jungen Körpers ist auch als "Englische Krankheit" bekannt und basiert auf einer Beeinträchtigung des Kalk-Phosphorstoffwechsels. Eine Vitamin D-Mangelkrankheit also, deren Auslöser entweder zu wenig Vitamin-D Zufuhr mit der Nahrung oder Lichtmangel ist (durch ultraviolette Sonnenbestrahlung wird in der Haut das antirachitisch wirkende Vitamin D produziert). Infolge dieser Vitamin-D-Knappheit kann der Organismus der wichtigste Knochenbaustein, das Kalziumphosphat, nicht anständig verarbeiten und folglich keinen gesunden, stabilen Knochen bilden. Die Symptome der Rachitis sind sehr unterschiedlich und hängen im besonderen von Ausdehnung und Stufe der rachitischen Stoffwechselstörungen ab. Zu Beginn sind typisch Abgeschlagenheit und schlechte Laune, Durchfallneigung, Schwitzen an Kopf und Nacken, Haarausfall am Hinterkopf und verminderte Bewegungswünsche der Kinder, die nur noch ungern sitzen und stehen können und wollen. Kraftlose Gliedmaßen und überstreckbare Gelenke, aufgetriebener Magen, rachitischer Froschbauch und weitere Knochendefekte kommen vor. Diese Störung des Phosphor-Kalk-Stoffwechsels und die Verzögerung der Verknöcherung der Knorpelgrundsubstanz treten, wie bereits erwähnt, besonders häufig im Säuglingsalter auf. Das Vitamin D, welches den Kalzium- und Phosphorstoffwechsel reguliert, wird in der Haut durch Einwirkung des ultravioletten Sonnenlichts hergestellt. Dementsprechend war die Rachitis früher bei im Winter geborenen Kindern ziemlich gehäuft anzutreffen. Vitamin D findet man in vielen Nahrungsstoffen, allerdings stellt die körpereigene Herstellung mit ziemlicher Sicherheit die bedeutsamste Quelle dar. Die Erkrankung fängt in kleinen Schritten an und kann am Anfang an den Schädelknochen erkannt werden. Aufgrund des Kalkmangels verspätet sich die Verknöcherung und führt zu Fehlbildungen etlicher Körperteile. Die Auswirkungen sind in erster Linie wahrnehmbar bei schnellwachsenden Knochen, die daher am meisten durch die Kalziumknappheit betroffen sind. Bedrückende Missbildungen sind rosenkranzähnliche Auftreibungen an den Knochen-Knorpel-Grenzen der Rippen (rachitischer Rosenkranz), Brustkorbverformungen, O- oder X-Beine, rachitische Verengung des Beckens, was sich ausdrücklich bei Mädchen als zukünftiges Hindernis bei der Geburt erschwerend auswirken kann, Kyphose (Hühnerbrust), Skoliose (Verkrümmung der Wirbelsäule), Verlangsamung des Längenwachstums (rachitischer Zwergwuchs). Auch das Ausbilden der Milchzähne ist in vielen Fällen zurückgeblieben, die bleibenden Zähne weisen Substanzfehler am Zahnschmelz auf. Weiter zu Vorbeugen und Heilen:
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